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LiberArte Bonn e.V.

Deutsch-Hispanoamerikanische Gesellschaft

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P R E S S E

CAPRICCIO KULTURFORUM WIEN (14.3.2023)

Stabat Mater - einmal nicht von Pergolesi

 

Wenn Wikipedia stimmt, dann war es Josquin Desprez, der 1480 die erste (bekannte) Vertonung des Stabat Mater erschuf. Und seither und bis zur Gegenwart haben sich zahlreiche Komponisten dieses Textes angenommen. Die Komposition des argentinischen Komponisten José Luis Larzabal erlebte letzten Samstag in der Peterskirche in Wien ihre Uraufführung.

 

Der mir bisher unbekannte Komponist ist in seiner Heimat vor allem auch als Chorleiter, Dirigent und Gesangspädagoge tätig und erhielt in seiner Heimat bereits mehrere Auszeichnungen. Zu seinen Kompositionen zählen ein Oratorium, mehrere Kantaten (darunter eine der Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu gewidmete), ein Gitarrenkonzert, Messen und kammermusikalische Werke. Das „Stabat Mater“ entstand 2019, erlebte aber erst jetzt seine Uraufführung.

 

José Luis Larzabal verbindet den überlieferten Text des Stabat Mater aus dem europäischen Mittelaltalter mit seiner südamerikanischen Lebenswelt. So erinnert der Prolog des einstündigen Werkes, Veni creator spiritus, an gregorianische Choräle, der weitere musikalische Bogen reicht von Anklängen an Barock samt Continuo über italienische Oper bis zu südamerikanischen Klängen. Auffallend sind insbesondere die fugierten Chöre. Larzabal baut mit diesem Werk eine Brücke zwischen unterschiedlichen Kulturen, Zeiten und Kontinenten. Komponiert ist das Stabat Mater für vier Solisten, vierstimmiger gemischter Chor und durch zwei Holzbläser ergänztes Streichorchester.

 

Es mag der Akustik der Kirche in Verbindung mit meinem Platz in einer vorderen Reihe geschuldet sein, dass ich die Klangbalance als nicht optimal empfand. Vor allem der präzise singende Chor (Deutsch-Hispanoamerikanischer Projektchor) wirkte im Vergleich zum Orchester (Wienerklassik Orchester) überdimensioniert. Aus den vier Solisten ragten die stimmschöne Lupe Larzabal (Alt) und der in Wien aus der Volksoper bekannte Aris Argiris mit kraftvollem Bariton heraus; ein höhensicherer Tenor war Luis Fernando Piedra, mit hellem Sopran komplettierte Chryso Makariou das Quartett.

 

Gerne würde ich dieses Stabat Mater nochmals in einem anderen Rahmen hören, um einen tieferen Einblick zu erhalten.

 

 

Der großen Komposition folgte ein Gitarrenkonzert des ebenfalls aus Argentinien stammenden Komponisten und Dirigenten Martin Palmeri, der auch die musikalische Leitung dieses Kirchenkonzertes inne hatte, mit der Solistin Florencia Schröder. Eine gefällige Komposition in drei Sätzen mit Zitaten und Variationen aus der Zauberflöte im dritten Satz.

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DAS OPERNMAGAZIN

Das Opern – und Kulturmagazin im Internet von Detlef Obens

„DER GRIECHISCHE SCHUBERT“ – VON GÖTTERN UND HELDEN – LIEDERABEND MIT ARIS ARGIRIS UND PETER BORTFELDT

Der griechische Heldenbariton Aris Argiris und sein Klavierpartner Peter Bortfeldt lassen mit selten gespielten Liedern von Franz Schubert aufhorchen. Sie gestalten Psychogramme griechischer Götter, Halbgötter und Helden in Grenzsituationen. Zwischen den Liedern erzählt Bortfeldt die Vorgeschichte, mitunter ergänzt von Argiris, der mit der griechischen Mythologie offensichtlich aufgewachsen ist.(Rezension des Liederabends v. 05.11.2021)

 

Wenn ein griechischer Heldenbariton von Franz Schuberts mehr als 600 Liedern 17 singt, dann nicht die „Winterreise“ oder „Die schöne Müllerin“. Er singt Lieder der Protagonisten aus der griechischen Mythologie, Helden, die sich wie Prometheus gegen die Götter auflehnen, wie Ganymed von Zeus in die Lüfte gehoben werden, wie Orest nach einem schrecklichen Gemetzel innerhalb der Familie entsühnt ihre tot geglaubte Schwester wieder finden, wie Atlas die ganze Welt der Schmerzen tragen müssen oder die wie Memnon, Neffe des Priamus, todgeweiht sind. Es ist, als ob diese Helden aus Aris Argiris selbst zu uns sprächen. Jedes Lied bildet einen ungeheuren Spannungsbogen.

Die ausgewählten Lieder formen thematisch einen Bogen unter dem Motto „Die Götter Griechenlands“ vom Aufbruch in die Schlacht bis zum Heldentod.

Höhepunkt des anspruchsvollen Programms ist die Ballade „Amphiaraos“ über den vor übermächtigen Feinden fliehenden Halbgott, der in einer Erdspalte versinkt. Man denkt, Aris Argiris sei gerade eben Zeuge gewesen und berichte live. Der Gedanke an große Oper drängt sich auf, aber es sind tatsächlich Kunstlieder, für einen Sänger mit Klavierbegleitung geschrieben.

 

Aris Argiris und Peter Bortfeldt (Klavier) (Foto einer Studioprobe)

Der Zugang ist der des empathischen Heldenbaritons, der den Göttern und Halbgöttern seine gewaltige ungeheuer farbenreiche Stimme leiht. Die Dynamik reicht vom zartesten Piano bei „Schöne Welt, wo bist du?“ bis zum erregten Fortissimo im Bericht über den dramatischen Tod des Amphiaraos, der auch dem Pianisten Peter Bortfeldt Höchstleistungen abverlangt mit trappelnden Hufen und einem tiefen Sturz in die Kluft, die sich auftut, um den Halbgott zu verschlingen. Überhaupt trägt das Klavier in Schuberts Liedern wesentlich zur Gestaltung bei.

Peter Bortfeld begleitet Aris Argiris auf einem modernen Konzertflügel, was aber kein Problem darstellt, weil sich die Stimme des Sängers, geschult durch große Opernpartien wie Don Giovanni, Rigoletto, Escamillo und Wotan auch gegen ein großes Wagner-Orchester durchsetzen kann.

Der Liederabend sollte eigentlich schon im Herbst 2020 stattfinden, fiel dann aber der Pandemie zum Opfer. Aris Argiris und Peter Bortfeld haben, bedingt durch die Zwangspause, die Zeit genutzt um noch mehr selten aufgeführte Vertonungen von Gedichten von Schiller, Goethe, Mayrhofer und anderen zu erarbeiten. Die Textverständlichkeit war hervorragend, weil Aris Argiris perfekt artikulierte. Ich habe die Texte im Programmheft nicht vermisst. Auch die Moderation durch Peter Bortfeld trug sehr zum Verständnis bei, denn Figuren wie Memnon und Amphiaraos sind auch deutschen Altphilologen nicht unbedingt geläufig.

In der Zeit der Klassik war die griechische Mythologie ein faszinierendes Sujet, in dem Dichter und Komponisten Geschichten entdeckten, die sich hervorragend als Vorlagen für Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke und Opern eigneten, in denen die Zuschauer ihre eigenen Emotionen erleben konnten, denn die Götter, Halbgötter und Helden fühlten nicht anders als ganz normale Menschen. Die Abhängigkeit Griechenlands von den Gewalten des Meeres und des Wetters fügt noch eine weitere Dimension hinzu.

 

Aris Argiris (mit Ehefrau Lupe Larzabal)

Zu Schuberts Lebzeiten war die griechische Mythologie ein spannendes Thema, das Dichter wie Schiller, Goethe, Mayrhofer und andere aufgriffen, um allgemein menschliche Konflikte zu beschreiben. Einige der Gedichte haben vermutlich nur durch Schuberts Musik eine Bedeutung gewonnen und wären ohne die Vertonung längst vergessen. Hätten die beiden sie nicht aufgegriffen, wären vermutlich die Lieder in Vergessenheit geraten, denn die vielbeachtete Edition sämtlicher über 600 Lieder von Franz Schubert durch Dietrich Fischer-Dieskau liegt auch schon eine Weile zurück, und Liederabende werden kaum noch gegeben.

Aris Argiris ist ein international gefragter Heldenbariton und seit 2016 Professor für Gesang an der Universität der Künste in Berlin. Peter Bortfeldt ist Pianist, Dirigent, Lehrbeauftragter der Musikhochschule Köln und als gefragter Coach und Liedbegleiter perfekt auf Aris Argiris eingespielt. Bei diesem Team entstehen Werke aus einem Guss, bei denen beide alles geben.

Veranstalter des Liederabends am 5. November 2021 in der evangelische Trinitatiskirche in Bonn war der Verein LiberArte Bonn e.V.. Die Lieder zur griechischen Mythologie werden im Februar 2022 auf CD eingespielt, und es soll weitere Aufführungen geben.

Für mich war dieser Liederabend ein unfassbar spannendes Erlebnis, denn mir wurde eine ganz neue Facette von Franz Schubert präsentiert.

 

  • Rezension von Ursula Hartlapp-Lindemeyer / Red. DAS OPERNMAGAZIN

ÜBERBLICK 2023

MISA CRIOLLA von Ariel Ramírez

im Rahmen eines Gottesdienstes

15. Oktober 2023   11:30

Kath. Gemeindekirche St. Edith Stein

Borsigallee 47

53127 Bonn (Brüser Berg)

Es singen:

Luis Fernando Piedra, Tenor

Deutsch-Hispanoamerikanischer Projektchor

Es spielen:

Mario Reynoso, Gitarre und Charango

Carlos Gabriel Klein, Gitarre

Gilmar Ramírez, Charango und Zampoña

Rody Cáceres, Bombo

Annette Willer-Krebel, Klavier

Lupe Larzabal, musikalische Leitung

HOMMAGE A IBEROAMERICA

Die bezaubernde Musik großer Künstler

aus Iberoamerica

In zusammenarbeit mit dem Ibero-Club Bonn

16. September 2023   19 Uhr

Es singen:

Lupe Larzabal, Alt

Aris Argiris, Bariton

Sol Crespo, Sopran

Sebastián Rodríguez, Klavier

Claudio Zettel, Moderation

Entritt frei - Spenden erbeten

OSTERKONZERT

STABAT MATER

von José Luis Larzabal

11. März 2023   14:30

Kath. Kirche St. Peter
Petersplatz
1010 Wien

Chryso Makariou, Sopran
Lupe Larzabal, Alt
Luis Fernando Piedra, Tenor
Aris Argiris, Bariton

Deutsch-Hispanoamerikanischer Projektchor

Gitarrenkonzert
von Martín Palmeri
Florencia Schröder, Gitarre

Wienerklassik Orchester

Martín Palmeri,
musikalische Leit
ung

Entritt frei - Spenden erbeten

 

 

OSTERKONZERT

STABAT MATER

von José Luis Larzabal

5.März 2023   16:30

Katholische Pfarrkirche
St. Johann Baptist
Bergstr. 2
53604 Bad Honnef

Claudia Hernández, Sopran
Lupe Larzabal
, Alt
Luis Fernando Piedra, Tenor
Aris Argiris, Bariton


Deutsch-Hispanoamerikanischer Projektchor
Lupe Larzabal, Choreinstudierung

Gitarrenkonzert
von Martín Palmeri
Florencia Schröder, Gitarre

Latin Orchestra of Europe
Leitung: Florencia Araujo
Annette Willer-Krebel, Klavier

Martín Palmeri
musikalische Leitung

Eintritt 10 €
Karten in der Buchhandlung Werber

Hauptstr. 40
54604 Bad Honnef
sowie an der Abendkasse


 

Liederabend Aris Argiris
DER GRIECHISCHE SCHUBERT

Datum: 26.3.2023 um 19:30 Uhr

Wiener Konzerthaus (Schubert Saal)

Uraufführung der Orchesterfassung von José Luis Larzabal

Gedichte von Margarita Pollini

 

Wienerklassik Orchester

 

Mariano Chiacchiarini, Dirigent

 

Dorothee Stanglmayr, Sprecherin          

 

Ticketsvorverkauf:                                         

 

 

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